Bräuche zu Ostern
Jedes Jahr freuen sich die Menschen auf Ostern. Doch viele Osterrituale scheinen keinen Sinn zu ergeben.
Wieso bringt ausgerechnet ein Osterhase bunte Eier? Wieso versteckt der Hase sie im Garten? Und wieso versammeln sich die Menschen vor einem großen Osterfeuer?
Im folgenden Ratgeber erfährst Du alle interessanten, aber teilweise auch lustigen Bräuche, die man zu Ostern kennen sollte.

Der Osterhase ist erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts zu einem Osterbrauch geworden.
Der Hase versteckt seitdem die gefärbten oder bemalten Eier im Garten.
Eine Verbindung zwischen Ostern und dem Hasen erscheint jedoch nicht auf Anhieb plausibel. Es gibt allerdings einen nachvollziehbaren Grund:
Das Datum des jeweiligen Ostersonntages richtet sich nach dem Frühlingsvollmond und der Hase gilt als Mondtier. Der Hase steht außerdem, wie so viele andere Ostersymbole -etwa das Osterei, für die Fruchtbarkeit und das Leben. So wurde bereits der griechischen Liebesgöttin Aphrodite aber auch der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Ostera ein Hase als heiliges Tier zugeordnet.

Zu jedem anständigen Osterfest gehören verzierte, hartgekochte Eier. Doch was haben die Eier mit Ostern zu tun?
Die älteste bekannte Erwähnung von Ostereiern stammt aus der Zeit um 1700.
Ostern ist jedes Jahr gleichzeitig das Ende einer 40 tägigen Fastenzeit, in der zumindest bis 1966 der Verzehr von Eiern untersagt war, weil sie als flüssiges Fleisch eingestuft wurden. Da jedoch Hühner gerade zu dieser Zeit besonders viele Eier legen, wurden sie zur besseren Haltbarkeit hart gekocht. Zu Ostern wurde dann aufgrund des Eierüberschusses bevorzugt diese Eier gegessen. Mehr Informationen zum Thema
Ostereier
Außerdem ist das Ei ein Symbol für die Fruchtbarkeit und den Sieg des Lebens über den Tod. Die Verbindung zwischen Eiern und Jesus' Auferstehung ergibt daher einen nachvollziehbaren Sinn.
Das Färben und Verzieren der Eierschalen erhöht dabei die Wertigkeit von jedem Ei. Zunächst wurden die Ostereier nur in roter Farbe eingefärbt, um an das Leiden von Jesus Christus und sein, für die Erlösung der Menschheit vergossenes Blut zu erinnern. Mit der Zeit gingen jedoch zahlreiche kunstvolle und immer farbenfrohere Ziertechniken hervor. Weitere Infos über die
Kunst am Ei.
Jede Farbe hat dabei für eine andere Bedeutung:
Rot -> steht für den Opfertod Christi
Gelb -> symbolisiert die Erleuchtung
Weiß -> bedeutet Reinheit
Grün -> steht für die Unschuld
Orange -> steht für Kraft, Ausdauer und Wärme
Die Tradition des Osterlammes geht auf das jüdische Ritual des Pessach-Festes zurück, ein Lamm zum Gedenken an Gott zu schlachten und gemeinsam zu verspeisen.
Mit seinem weißen Fell gilt das Lamm als Zeichen des Lebens und der Unschuld und symbolisiert innere Reinheit und Frömmigkeit. Im christlichen Glauben steht das Osterlamm für die unschuldige Kreuzigung Jesus Christus, aber auch die daran anschließende hoffnungbringende Auferstehung.
Osterlämmer werden traditionell am Gründonnerstag aus Rührteig gebacken und mit einer Osterfahne versehen. Hier findest du ein leichtes Rezept zum Nachbacken für ein
süßes Osterlamm.
In christlichen Gemeinden kann dann das Lamm am Ostersonntag zur Speisenweihe mit in die Ostermesse genommen werden. Am Ende des Gottesdienstes werden die Speisen dann durch den Pfarrer gesegnet.
Das „Agnus Dei“ (lat. Für Lamm Gottes) ist neben dieser ostertypschen Symbolik auch noch ein Teil der christlichen Lithurgie und fließt als Gebet oder Gesang in die christliche Messe ein.

- Traditionelles Osterfeuer
Jedes Jahr zu Ostern veranstalten verschiedene Gemeinden am Samstagabend vor dem Ostersonntag ein großes Osterfeuer, zu dem alle Bewohner herzlich eingeladen sind.
Bereits zu heidnischen Zeiten wurde jedes Jahr ein sogenanntes Frühlingsfeuer entfacht. Das Feuer soll ein fruchtbares Jahr willkommen heißen. Es steht dabei symbolisch für die Sonne, die wiederum das fruchtbare Leben und den Sieg über den vergangenen Winter symbolisiert.
Soweit wie der Schein des Feuers in der Osternacht leuchtet, soweit soll das Land für das kommende Jahr fruchtbar sein. Aus diesem Grund wird jedes Jahr ein möglichst großes Feuer entfacht, welches überall zu sehen ist.
Außerdem steht das Feuer für das helle Licht, welches durch die Auferstehung von Christus in die Welt gekommen ist. An dem Osterfeuer wird häufig eine sogenannte Osterkerze entzündet. Diese wird dann feierlich in die Kirche getragen. Mehr Wissenswertes zum Thema
Osterkerzen findet sich auf dieser Seite von www.heimwerker.de.


